Trotz Abstand und Einschränkungen durch die Pandemie blieb die innere Qualität der Begegnung lebendig und wirksam. Die Krise stellte Gewohntes infrage und schärfte den Blick für ungelöste Spannungen. Entscheidend ist, ob aus dieser Zeit neue Wachheit, Verantwortung und Mut für die Zukunft erwachsen.
Einblicke in das aktuelle Leben der Begegnungsstätte: soziale Aktivitäten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Fortschritte auf dem Gelände und am Andachtshaus sowie persönliche Stimmen von Mitarbeitenden, Freiwilligen und Gästen. Hier wird sichtbar, wie sich Arbeit, Alltag und Hoffnung konkret gestalten.
Lichtwurzeln und Tauben
In der Begegnungsstätte wird der ökologische Schwerpunkt weiter ausgebaut: Ein Arbeitskreis widmet sich der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, besonders dem Anbau von Lichtwurzeln. Zusätzliche Pachtflächen werden bewirtschaftet. Friedenstauben, Hühner sowie Schafe und Ziegen beleben das Gelände.
Eine Hochzeitsfeier im Andachtshaus
Im Herbst 2019 wurde im noch unfertigen Andachtshaus die Hochzeit von Faiz Sawa’ed und Fatima gefeiert. Nach traditionellen Festtagen in Ka’abiya und Sawa’ed fand die interreligiös geprägte Zeremonie im Wald statt – ein starkes Zeichen gelebter Begegnung.
Combatants for Peace – Yair Bunzel im Gespräch
Im Frühjahr 2019 fand erstmals eine jüdisch-arabische Gedenkfeier der „Combatants for Peace“ in der Begegnungsstätte statt. Ehemalige Kämpfer beider Seiten erinnerten gemeinsam an alle Opfer. Rund 600 Menschen kamen – ein starkes Zeichen für Dialog, Empathie und Versöhnung.
Neues aus dem Sawa’ed-Dorf El-Homeira
Die Gästeunterkunft im Sawa’ed-Dorf El Homeira wurde zur sozialtherapeutischen Wohngruppe für arabischsprachige Patient:innen umgebaut. In Kooperation mit „Hiram“ in Harduf bietet ein interdisziplinäres Team nun anerkannte anthroposophische Therapie – inklusive Arbeitstherapie – auch für Palästinenser an.
Die Begegnungsprogramme TEN und Midrasha
Das TEN-Programm der Jewish Agency bringt 10–15 junge Menschen aus aller Welt für mehrere Monate nach Sha’ar laAdam – Bab l’il Insan. Sie leben gemeinschaftlich, lernen Arabisch und Hebräisch und engagieren sich in Schulen, Sozialtherapie und Begegnungsarbeit – ergänzt durch Midrasha und weitere Initiativen.
Der Zauberer von Oz – Schauspiel im TEN-Programm
Die TEN-Gruppe inszenierte „Der Zauberer von Oz“ in drei Sprachen. Lior und Noga sehen Theater als kreativen Lernprozess, der Denken, Fühlen und Wollen verbindet. Wie Dorothy begeben sich die Teilnehmenden auf eine Heldenreise – raus aus der Komfortzone, hin zu Selbstfindung und Gemeinschaft.
Midrasha: Ein Programm für jüdische, beduinische und arabische Jugendliche
In Sha’ar laAdam – Bab l’il Insan startete 2018 ein sechsmonatiger Vorbereitungskurs für 15 jüdische, beduinische und arabische Jugendliche. Gemeinsam leben und lernen sie Sprachen, Religion, Geschichte und gesellschaftliche Verantwortung – als Grundlage für Militär- oder Zivildienst und ein neues Miteinander.
Neues aus der Begegnungsstätte
Die aufwändigen Brandschutzmaßnahmen auf dem Gelände sind nahezu abgeschlossen: Elf von zwölf behördlichen Prüfungen wurden Anfang 2019 erfolgreich bestanden. Zudem entstanden für das neue Vorbereitungsseminar ein Seminargebäude, Unterkünfte sowie ein Sanitärgebäude.
Neues vom Andachtshaus
Seit 2018 schreitet der Bau des Andachtshauses sichtbar voran: Rohbau, Dach und Treppe sind fertig. Es fehlen Innenausbau und Fenster. Für die nächsten Schritte werden noch rund 40.000 € benötigt, damit das Haus möglichst zur Friedensübungswoche im Herbst genutzt werden kann.











