Die Begegnungsprogramme TEN und Midrasha

von | 17. Apr.. 2020

Das TEN-Programm der Jewish Agency bringt 10–15 junge Menschen aus aller Welt für mehrere Monate nach Sha’ar laAdam – Bab l’il Insan. Sie leben gemeinschaftlich, lernen Arabisch und Hebräisch und engagieren sich in Schulen, Sozialtherapie und Begegnungsarbeit – ergänzt durch Midrasha und weitere Initiativen.

Das TEN-Programm

Da ist einerseits und als Rückgrat das Programm der Jewish Agency für junge Leute aus aller Welt – TEN, was so viel heißt wie „Gib!“, das heißt, gib der Welt etwas von dem, was Du als junger Mensch hast – Interesse, Liebe, Arbeitskraft. Für vier bis fünf Monate und in einem kürzeren Sommerprogramm sind etwa 10-15 Menschen zwischen 18 und 28 dabei – oft aus den USA und Kanada, aber auch aus Südamerika, Australien, Südafrika und auch aus Europa – sogar aus den jüdischen Gemeinden in Deutschland hatten wir schon Teilnehmer! Sie leben zusammen in unseren Unterkünften und versorgen sich dort selbst, haben Unterricht in Landeskunde, Arabisch und Hebräisch und vor allem Freiwilligeneinsätze in arabischen Schulen und Kindergärten, in der Sozialtherapie in Harduf und in der Begegnungsstätte selbst.

Foto: Tor zur Welt … e.V.

Mit ihnen zusammen arbeiten, lernen und wohnen unsere deutschen Teilnehmer, die über die Freunde der Erziehungskunst ein Freiwilliges Jahr im Ausland verbringen – zuerst war das nur eine einsame Pionierin, dann wurden es zwei und nächstes Jahr werden es sogar drei sein! Einerseits sind sie im Programm TEN weitgehend integriert, andererseits haben sie natürlich andere Rahmenbedingungen, Vorbereitungen, Zwischenkurse und sind vor allem eben auch ein ganzes Jahr vor Ort – was spätestens in der zweiten Hälfte, wenn neue TEN-Leute kommen, dazu führt, dass sie die „Insider“ werden. Fünf „Ehemalige“ gibt es inzwischen, zwei „Derzeitige“ und eben drei „Zukünftige“…

Foto: Tor zur Welt … e.V.

Das Midrasha-Programm

Als weiteres „stationäres“ Programm gibt es die Midrasha, ein Programm für Jugendliche aus der Gegend, die sich gemeinsam auf das vorbereiten, was kommt – sei es Militärdienst, Sozialdienst, Studium oder Ausbildung… Etwa zur Hälfte Jungen und Mädchen, jüdisch und arabisch, sind sie einerseits die jüngsten „Waldbewohner“. Sie kommen im September und bleiben bis zum März – gerade hat die diesjährige Gruppe ihr Programm mit einem Schauspiel (Westside Story im Kleinformat…) beendet. Die für sie speziell errichteten Unterkünfte stehen dann für Gruppen und Gäste der Begegnungsstätte zur Verfügung.

Schauspielaufführung des Midrasha-Programms

Dazu kommen die verschiedenen „Einzelreisenden“ – Praktikanten, Kurzzeit-Volunteers, Gäste… und die Studenten der verschiedenen Ausbildungen in Harduf, die im „Zeltdorf“ wohnen… Es ist immer Leben vor Ort!
Wichtig sind vor allem aber auch die Treffen, die über die regelmäßigen Aktivitäten hinaus stattfinden – vor allem zivilgesellschaftliche Aktivitäten für die Gleichstellung aller Bevölkerungsgruppen in Nord-Israel, Arabisch-Unterricht für die Aktivisten, Frauentreffen, Interessengruppen (zum Beispiel eine Krebs-Selbsthilfegruppe für Frauen über die Kulturen hinweg), gemeinsame Feste, Studienarbeit (zur Zeit vor allem an der biologisch-dynamischen Landbauweise)… Auch treffen sich Schulklassen regelmäßig zu gemeinsamer Waldarbeit.
Im Herbst gibt es entweder die Friedensübungswochen oder ein anderes spirituelles Seminar und zu Shavuot/Pfingsten ein Erzähler-Festival zu dem auch viele Familien anreisen und im Wald campen.

Ilse Wellershoff-Schuur

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