Es sind etliche Gruppen und Individuen, die inzwischen den Wald bevölkern und in unterschiedlichen Programmen und Funktionen, für ganz verschieden lange Zeit und in einer gewissen Bandbreite von Wohnsituationen das Waldgrundstück der Begegnungsstätte bevölkern. Hier noch einmal ein Überblick, damit Sie verstehen, wer bei uns zuhause ist:
Da ist einerseits und als Rückgrat unserer Arbeit das Programm der Jewish Agency für junge Leute aus aller Welt – Project TEN. Ten bedeutet “Gib!”, das heißt so viel wie: Gib der Welt etwas von dem, was Du als junger Mensch hast – Interesse, Liebe, Arbeitskraft. Für vier bis fünf Monate und in einem kürzeren Sommerprogramm sind jeweils etwa 10-15 Menschen zwischen 18 und 28 dabei – oft aus den USA und Kanada, aber auch aus Südamerika, Australien, Südafrika und auch aus Europa – sogar aus den jüdischen Gemeinden in Deutschland hatten wir schon Teilnehmer! Sie leben zusammen in den eigens für diesen Zweck gebauten Unterkünften und versorgen sich dort selbst, haben Unterricht in Landeskunde, Arabisch und Hebräisch und vor allem Freiwilligeneinsätze in arabischen Schulen und Kindergärten, in der Sozialtherapie in Harduf und in der Begegnungsstätte selbst.
Mit ihnen zusammen arbeiten, lernen und wohnen unsere deutschen Volontäre, die über die Freunde der Erziehungskunst ein Freiwilliges Jahr im Ausland verbringen – zuerst war das nur eine einsame Pionierin, dann wurden es zwei und nächstes Jahr werden es sogar drei sein! Einerseits sind sie im Programm TEN weitgehend integriert, andererseits haben sie natürlich andere Rahmenbedingungen, Vorbereitungen, Zwischenkurse und sind vor allem eben auch ein ganzes Jahr vor Ort – was spätestens in der zweiten Hälfte, wenn neue TEN-Leute kommen, dazu führt, dass sie die “Insider” werden. Die beiden Freiwilligen im Jahr 2019/20, Phoenix und Norman, wurden auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie von den Freunden der Erziehungskunst abberufen. Phoenix wechselte daraufhin den Träger und konnte trotzdem bleiben, was letztlich sehr wertvoll für uns (und sicherlich auch für sie) war! Sieben “Ehemalige” gibt es inzwischen, zwei “Derzeitige” und drei “Zukünftige”…


Als weiteres “stationäres” Programm gibt es die Midrasha, ein Programm für israelische Schulabgänger, meist aus der Gegend, die sich gemeinsam auf das vorbereiten, was kommt – sei es Militärdienst, Sozialdienst, Studium oder Ausbildung… Etwa zur Hälfte Jungen und Mädchen, jüdisch und arabisch, sind sie einerseits die jüngsten “Waldbewohner”., andererseits bleiben sie auch nur von September und bis März – die diesjährige Gruppe hat ihr Programm im März mit einem Schauspiel beendet. Die für sie speziell errichteten Unterkünfte stehen von April bis August für andere Gruppen und Gäste der Begegnungsstätte zur Verfügung. Für die Beherbergung von Reisenden gibt es seit neuestem auch wieder ein großes Zelt!
Dazu kommen immer mal wieder unterschiedliche Praktikanten/Hospitanten/Studierende aus Deutschland/Europa und anderswo, die oft entscheidend beitragen zum Gemeinschaftsgefühl und zur kulturellen Aktivierung der Gruppen… In diesen Zeiten ist gerade kein/e PraktikantIn da, aber es gibt bereits neue Anfragen!
In den Zelten auf dem unteren Teil des Grundstücks leben dann noch die Studierenden verschiedener Ausbildungen in Harduf in einer Art “Zeltdorf”. Und in einem “Caravan”, einer Art permanenten “mobile Home”, wie es als Einfach-Unterkunft im Kibbuz üblich ist, lebt eine Familie, die hier sehr gedeihlich das Leben bereichert, bis das Haus, das sie bauen, im nächsten Winter fertig werden wird! Dann soll der Caravan als Praktikantenunterkunft dienen! Es ist immer Leben vor Ort!
Zur täglichen Arbeit im Garten kommen die Patienten der Einrichtung Masaha im Beduinendorf El-Homeira, davon an anderer Stelle mehr. Und Schulklassen, so die Schulen offen sind. Dazu noch eine Gruppe junger Leute aus der Umgebung, die eine Art “Gruppenleiterkurs” für junge Erwachsenen absolvieren. Undundund…
Wichtig sind vor allem aber auch die Treffen, die über die regelmäßigen Aktivitäten hinaus stattfinden – vor allem zivilgesellschaftliche Aktivitäten für die Gleichstellung aller Bevölkerungsgruppen in Nord-Israel, Arabisch-Unterricht für die Aktivisten, Frauentreffen, Interessengruppen (zum Beispiel eine Krebs-Selbsthilfegruppe für Frauen über die Kulturen hinweg), gemeinsame Feste, Studienarbeit (zur Zeit vor allem an der biologisch-dynamischen Landbauweise)…
Zu Shavuot/Pfingsten ist meist ein Erzähler-Festival geplant, zu dem dann hoffentlich bald auch wieder viele Freunde und Familien anreisen und im Wald campen können. Dieses Jahr wird es wohl auf Grund der Lage nicht stattfinden können. Aber wenigstens ein Schauspiel wird es geben, so Gott will!
Im Herbst planen wir (im zweijährigen Turnus) wieder eine Friedensübungswoche, zu der – so Gott will – wie in den vergangenen Jahren Teilnehmer aus aller Welt anreisen dürfen!

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Beiträge

Friedensübungswoche 20.-26.9.2021?

Die ungeraden Jahre sind die Jahre, in denen wir zu Sukkot, dem Laubhüttenfest im Herbst, zur Friedensübungswoche in unsere Begegnungsstätte einladen! Als die Frage an uns herantrat, ob das auch dieses Jahr so sein würde, konnte sich niemand so recht vorstellen, dass...

mehr lesen

Jahrestreffen 2021 online

Am 1. Mai haben wir unsere satzungsgemäße Jahresmitgliederversammlung im Verein Tor zur Welt… e.V. durchgeführt - erstmalig als Zoom-Konferenz! Das war natürlich vor allem der Corona-Zeit geschuldet, aber auch nicht ganz unpraktisch für die beiden noch ganz "frischen"...

mehr lesen

Freiwilligendienst unter Corona-Bedingungen

Wir - Benjamin Herth und Teresa Jägle - sind in diesem Jahr die Freiwilligen der "Freunde der Erziehungskunst“. Wir arbeiten, lernen und leben gemeinsam mit den Freiwilligen eines jüdischen Entsendungsprogramms, die hier einen TEN!-Dienst („Ten" heißt sinngemäß....

mehr lesen

Alternativ können Sie auch direkt auf unser Konto spenden:

GLS BANK | IBAN: DE14 4306 0967 0043 5266 00 | BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Adresse für Zuwendungsbescheinigung
Spenden-AGB

Ihre Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihre Anmeldung war erfolgreich.

Newsletter

Melden Sie sich zu unserem Newsletter an, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Sie können den Newsletter jederzeit über den Link in unserem Newsletter abbestellen. Wir verwenden als Plattform zu Datenverarbeitung. Wenn Sie das Formular ausfüllen und absenden, bestätigen Sie, dass die von Ihnen angegebenen Informationen an Sendinblue zur Bearbeitung gemäß den Nutzungsbedingungen übertragen werden.