Eine große Gemeinschaft und ein denkwürdiger Gottesdienst: Über die Friedensübungswoche 2017

von | 26. Apr. 2018 | Berichte, Friedensübungswochen, Rundbrief 21 (2018) | 0 Kommentare

Mit etwa 30 Teilnehmern (manche Menschen aus der Umgebung konnten allerdings nur an einem Teil des Programms teilnehmen) war die Übungs-Auszeit gut besetzt! Wir kamen aus den Niederlanden, Irland, Frankreich, und Spanien, Deutschland und der Schweiz sowie natürlich auch aus verschiedenen Teilen Israels. Auch eine junge holländische Architektin war dabei, die in Frankreich und Ägypten lebt und viel in Palästina arbeitet! Eine andere Holländerin betreibt ein Gästehaus in Irland und die spanische Priesterin war eigentlich Französin! Die Menschen lassen sich nicht mehr so einfach einordnen… Die Stimmung war wieder einmal sehr weltweit! Sehr besonders war auch die Teilnahme zweier älterer Damen – sie gehörten in den 60er Jahren zu den ersten deutschen Freiwilligendienstleistenden in Israel! Obwohl sie die Beziehung nach Israel durch kürzere und längere Aufenthalte gepflegt hatten, gab es für sie doch immer wieder verblüffend viel Neues zu entdecken – und wir hörten authentische Berichte aus einer doch noch sehr lebendigen Vergangenheit!
Hier – stellvertretend für die vielen starken Erlebnisse — der Bericht von Sonja Spruit (NL/F/EGY) über einen denkwürdigen Gottesdienst…

Der erste Regen…
Sie war sehr schön, die Friedensübungswoche. Auf dem Berghügel in Galiläa zelebrierten wir an siebenmal früh am Morgen die Menschenweihehandlung. Diese Gottesdienste fanden in einer jüdischen Laubhütte statt, mit Palmwedeln als loses Dach, durch das man den Himmel sehen konnte. Die „Wände“ waren aus durchscheinendem weißen Stoff, durch den man die Hahnenschreie und das Rauschen der Pinien hören konnte. Die Naturwelt konnte teilhaben! Die aufgehende Sonne schien über dem Altar.

Am vorletzten Morgen allerdings kam der erste Regen – so heftig, wie es dort üblich ist. Keiner verließ seinen Platz. Die Handlung ging würdig und ruhig weiter, auch wenn die Worte sich mit dem Geräusch des kräftigen Schauers mischten. Und obwohl wir alle sehr nass wurden. Einige Tropfen trafen sogar das Buch der Priesterin aus Barcelona, Nicole Gilabert , die unter einer improvisierten Plastikplane über dem vorderen Teil der Laubhütte zelebrierte. (Ilse Wellershoff-Schuur, die andere Priesterin, kannte den Wetterbericht und hatte in aller Frühe noch schnell gehandelt…). Es kam keine Eile auf. Wir vollbrachten ganz ruhig, was zu tun war – niemand verzichtete wegen der regnerischen Urgewalt auf die Kommunion! Und wie schön wir sangen, während das Wasser über unsere Gesichter strömte! Es war ein starkes Gefühl zu spüren, wie eine frohe Art von Stärke und Freude und Abwehrkraft entstand, inmitten des unvermindert stark fallenden Regens. Diese „Friedensübung“ haben wir ganz gut bestanden!

Ich fühle mich sehr privilegiert, dass ich dabei sein durfte. (Was für eine wunderbare Gruppe von Menschen!) Es fühlte sich an, als ob diese sieben Morgenstunden eine wichtige Aufgabe waren, die wir vollbrachten. Etwas, das im Land Fuß gefasst hat. Es wurde vollbracht – und wird weiter gehen…

Sonja Spruit

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