Neues aus der Begegnungsstätte

von | 17. Mrz. 2016 | Bauschritte, Lage vor Ort, Rundbrief 19 (2016), Soziale Aktivitäten | 0 Kommentare

Es fällt auf, dass die Arbeit in der Begegnungsstätte insofern etabliert ist, als dass im Verhältnis zum letzten Rundbrief vieles nur in Nuancen korrigiert und weiter entwickelt werden muss. Trotzdem sei hier noch einmal ein grundsätzlicher Bericht angefügt, da die Rundbriefe oft auch einer ersten Information über unsere Projekte dienen.

Dank unseres Programmes für junge jüdische Freiwillige aus aller Welt (TEN – „Gib!“) und derjenigen Studenten des anthroposophischen Grundjahres, die im Wald wohnen und gerade in diesem Jahr eine besonders zuverlässige und ernsthaft arbeitende Gruppe bilden, ist unser Grundstück jetzt durchgehend sehr belebt. Die Freiwilligen arbeiten in der Schule im Beduinen-Ort Ka’abiya, in einer sozialtherapeutischen Einrichtung in Harduf und auf dem Gelände der Begegnungsstätte selbst. In Ka’abiya tragen sie vor allem zur Motivation der Kinder und zur Verlebendigung des Englischunterrichts bei. Jede Gruppe bleibt etwa vier Monate bei uns, und die Wirkungen auf alle Beteiligten sind erstaunlich: Die jungen Leute (zur Zeit vor allem aus Europa!) lernen vieles über dieses Land, was ihnen bisher noch niemand erzählt hatte, die arabischen Kinder schnuppern die Luft der großen weiten Welt und lernen, dass Englisch nicht nur ein Schulfach ist – und die Begegnungsstätte wächst und wird immer anerkannter.

Die Teilnehmer der „Frühlingskohorte“ des TEN-Projektes…

Die Theaterbegegnungen mit Schülern sind auch ein fester Teil des Programms. Vom neuesten Projekt – „Antigone und wir…“ – wird an anderer Stelle berichtet.

Wichtig sind auch die Treffen, die außerhalb der laufenden Programme für junge Leute stattfinden – eine Initiative für Lehrer in Galiläa, die Common Path – Initiative, eine politische Initiative in enger Zusammenarbeit mit der Galiläa-Gesellschaft, einer arabischen Initiative für die Gleichstellung aller Bevölkerungsgruppen in Nord-Israel, Arabisch-Unterricht für die Aktivisten, Frauentreffen, gemeinsame Feste… Zu Pfingsten plant man wieder ein Erzähler-Festival über mehrere Tage…

Baulich sieht es inzwischen so aus, dass die Gruppenunterkunft für die Freiwilligen um ein drittes Gebäude erweitert werden konnte, so dass es jetzt zwölf Schlafplätze in Dreibettzimmern gibt, die Gemeinschaftsküche, die auch als Unterrichts- und Aufenthaltsraum dient, sowie einen weiteren großen Raum, der zur Zeit Gemeinschaftsraum ist, manchmal auch Kurzzeit-Gästezimmer, aber auch in einige weitere Schlafräume verwandelt werden kann. So könnten hier 18 junge Leute in Mehrbettzimmern wohnen. Die Wohnzelte, Jurten und Tipis unterhalb der Freiluftbühne (in denen die einheimischen Studenten wohnen) werden immer komfortabler, und die Sanitäranlagen, die es seit einiger Zeit neben den weiterhin bestehenden Campingtoiletten gibt, sind durchaus zivilisationstauglich.

Das neue Eisenbahnwagenbüro mit WLAN

Unser alter Eisenbahnwagen – anfangs der einzige Ort im Wald, der abschließbar war, ist das Büro – klar, WLAN gibt es inzwischen auch im Wald…

Der Garten hat sich unter der liebevollen Pflege von Daniel Gordon weiterentwickelt, und die Abwasserteiche harren einer fachmännischen Hilfestellung, mit der wir das ursprüngliche Konzept von Zisternen und Abwasserklärung weiterführen können. Auch das ist in Arbeit.

Im unteren Teil des Grundstücks wird zur Zeit die „Jugendherberge“, eine Art Campingplatz mit festen Großzelten, eigenen Duschen/WCs und Freiluft-Küche, aufgearbeitet. Sie wird schon fleißig genutzt, als ich letztes mal da war z.B. von den Schülern einer internationalen Schule in Tel Aviv…

Das Fundament des Andachtshauses

Und vor allem – das Fundament des Andachtshauses ist schon im letzten Herbst fertig geworden, so dass wir auf der Grundfläche in einer Laubhütte die Friedensübungswoche begehen konnten – auch davon später mehr. Der Schutzraum, der als Nebenraum des Andachtshauses auch als Sakristei dienen soll, und die dazugehörige Nasszelle können jederzeit fertig gebaut werden. Dieses Vorhaben krankt nicht an den Geldern aus Europa – sondern versprochene Zuschüsse von der Jewish Agency lassen auf sich warten, und es scheint wenig ratsam, diesen Bauschritt vor dem Fließen der Gelder abzuschließen.

Und dann könnte es auch weitergehen mit dem Andachtshaus selbst: Wenn die Finanzierung des Rohbaus steht, kann wieder viel in Eigenleistung geschehen…

Ilse Wellershoff-Schuur

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