Frieden „von unten“ – Die Friedensinitiative ‚Common Path‘

von | 2. Mai. 2012 | Initiativen, Rundbrief 15 (2012), Soziale Aktivitäten, Texte, Themen | 0 Kommentare

HaDerech HaMeshutefet – Al-Tariq al-MushtarakDer gemeinsame Weg

Auf der Friedensübungswoche 2011 nahm eine neue Graswurzel-Friedensinitiative (grassroots peace initiative) ihren Ausgangspunkt in unserer Begegnungsstätte: Menschen aus dem Umfeld, die einen sinnvollen gemeinsamen Weg „von unten“ anstoßen wollen, den alle Bewohner des einen Landes gemeinsam gehen können, und auf dem alle zu ihrem Recht kommen. Die grundsätzliche Idee ist ein Land, in dem alle leben dürfen, wo sie wollen, und in dem es zwei Staaten geben kann, zu denen jeder nach seiner Wahl gehören darf. Dieser kurze Text reicht nicht aus, um zu beschreiben, was alles dazugehört, aber die Aktivitäten dazu werden immer umfassender und erstrecken sich in höchste Regierungskreise, die es sehr interessant finden, in der verfahrenen Situation auch einmal neue Gedanken zu fassen. Eine Übung dazu war, dass jeder ein Bild entwirft, gewissermaßen einen individuellen Friedensplan. Jeder Leser kann ja einmal ausprobieren, was das bewirkt. Hier ein Beispiel in sieben Punkten:

  1. Das ganze Land gehört beiden Völkern, die ein Recht haben, hier zu leben. Außerdem steht es im Fokus weltweiten Interesses, weil es drei Weltreligionen heilig ist.
  2. Beide Völker erkennen an, dass sie einander Leiden verursacht haben und dass die Angehörigen des anderen Volkes ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben im Land haben.
  3. Deshalb soll es zwei Staaten geben, aus praktischen Gründen weitgehend in den Grenzen von 1967.
  4. Ziel ist es, jedem Bewohner das Recht zu geben, im ganzen Lande zu wohnen wo er will, solange er sich der Gesetzgebung des jeweiligen Landes unterwirft.
  5. Jeder darf die Staatsangehörigkeit wählen, die ihm entspricht, auch Doppelzugehörigkeiten sind möglich.
  6. Beide Regierungen verpflichten sich, alles dafür zu tun, dass die Zusammenarbeit zwischen den Volksgruppen zum Wohle aller von lokaler und regionaler Ebene her gefördert wird.
  7. Das religiöse, soziale und kulturelle Zentrum des Landes ist für beide Völker die heilige Stadt Jerusalem, die die Hauptstadt beider Staaten ist. Ungeteilt soll sie in Bezirke aufgeteilt werden, die von ihren jeweiligen Bewohnern verantwortet gemeinsam die Stadtverwaltung bilden. Die Verwaltung der Altstadt wird zusätzlich von einem übernationalen Rat verantwortet.

Ilse Wellershoff-Schuur

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