Kein Sommerlager 2006 und 2007 – und trotzdem rund um die Initiative viel lebendige Aktivität! So könnte man die Stimmung bei der Jahresversammlung des Vereins Tor zur Welt… e.V. in Hannover am 14. April beschreiben.

Zunächst einmal ist es wichtig zu erwähnen, dass es Shaar laAdam – Bab l’ilInsan, unserer Begegnungsstätte im Wald, gut geht. Die Arbeit der überwiegend ehrenamtlich Tätigen vor Ort ist inzwischen in der Umgebung weitgehend bekannt und sehr anerkannt. Die verschiedenen Angebote werden gut angenommen, neue Ideen entstehen, verwandeln sich und bringen Menschen zusammen. Kinder arbeiten zusammen im Wald, Jugendliche machen Theater (und bringen die Ergebnisse ihrer Arbeit in die Welt hinaus: zuletzt z.B. nach England, wohin eine gemeinsame Reise mit dem Theaterseminar in Harduf führte, die ein hartes Stück Arbeit für alle war…), Eltern basteln Kinderspielzeug, arabische Kinder lernen Englisch, arabische Frauen entdecken, dass auch sie eine Biographie haben, über die zu reden es sich lohnt… Vor allem aber treffen sich die Verantwortlichen regelmäßig, um das Bewusstsein für die Entwicklungen zu stärken und herauszufinden, was die nächsten Schritte sein könnten.

Frühjahr in der Begegnungsstätte.

Dazu gehört auch, dass immer wieder jemand aus dem deutschen Verein dabei sein kann, bei den großen Veranstaltungen oder auch im alltäglichen Geschäft. Unsere Mitarbeit wird gebraucht und als sehr wichtig geschätzt, auch wenn die Begegnungsstätte im Alltag von jüdisch-arabischer Begegnung geprägt ist. Über die Arbeit von Shaar laAdam – Bab l’ilInsan kann man hier mehr erfahren . Unsere Hauptanliegen sind der weitere Ausbau der Stätte durch den Bau des Andachtsraumes und auch des Gästehauses im Sawa’ed-Dorf El-Homeira sowie die deutsch-israelische Jugendbegegnung.

Zum Andachtsraum/Gebetshaus: Unser erster, alle Beteiligten sehr ansprechender Plan soll nun in die nächsten Schritte der Verwirklichung eintreten. In Israel muss eine Baugenehmigung beantragt werden, was Geld kostet und vor allem die Umsetzung der Zeichnungen in einen Bauantrag nach israelischen Vorgaben erfordert. Zu diesem Zweck haben wir unsere Architekten Gabriele Hübener und Robert Lütjens eingeladen, zum Ramadan / Sukkot / Michaeli – Festival nach Israel zu kommen, um mit der Architektin vor Ort die Planung umzusetzen. Es könnte dann – inshallah! – ein erster Spatenstich getan werden im Zusammenhang mit dem Fest. Es wird noch ein wenig dauern, bis mit einer Baugenehmigung zu rechnen ist, so dass wir weiter sammeln können für den Bau, denn es fehlt noch eine Menge Geld! Der laufende Betrieb der Angebote von Shaar laAdam fordert von den nicht gerade reichen Menschen vor Ort viel, so dass wir die gesamten Baukosten gesondert aufbringen müssen. Wir sind auf einem guten Wege!

Das Gästehaus im Sawa’ed-Dorf steht in einer Art Rohbau, ohne Innenwände, sanitäre Anlagen, ohne Küche und vor allem noch ohne Türen und Fenster! Alles das nun fertigzustellen kostet mehr Geld, als unsere beduinischen Freunde nebenbei aufbringen können. Trotzdem geht es weiter – ein kleiner Bautrupp wird von Clemens Schuur organisiert im Sommer eine Jugendbegegnung älterer Jugendlicher als reines Baulager durchführen und das Gebäude dann hoffentlich durch eine Holzveranda schließen können.

Auf dem Dach des Rohbaus des Gästehauses

Außerdem werden wir im Sommer eine Jugendbegegnung der besonderen Art im Rahmen der großen Jugendtagung „mittendrin“ am Goetheanum durchführen. Die Tagung findet vom 29.7. bis 4.8. statt und die Veranstalter, die Jugendsektion am Goetheanum und die Jugend in der Christengemeinschaft, erwarten etwa 800 Jugendliche aus aller Welt. Hier wollen Amin Sawa’ed, Ya’akov Arnan und Ilse Wellershoff-Schuur gemeinsam eine Arbeitsgruppe leiten zum Thema „Nahost und Nathan“, eine Art Workshop zur praktischen Einführung in die Konfliktzone Nahost, Kulturbegegnung und interreligiösen Dialog am Beispiel von Lessings Nathan der Weise.

Feuerstelle in der Begegnungsstätte

Die Idee, in den nächsten Jahren eine Art dreisprachige Nathan-Aufführung mit Jugendlichen aus den arabischen, jüdischen und mitteleuropäischen Kulturkreisen hinzubekommen geistert schon lange in unseren Herzen und Köpfen herum, und wir hoffen, auf der Tagung weitere Mitstreiter zu finden, die an dieser Idee weiterarbeiten möchten! Näheres zur Tagung finden Sie hier. Über das Nathanprojekt informieren wir Sie auf unserer Website.

Ilse Wellershoff-Schuur

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