Steinchen für Steinchen

von | 6. Dez.. 2004

Elf arabische und jüdische Jugendliche aus Israel gestalteten mit hannoverschen Gleichaltrigen ein Jona-Mosaik – als Zeichen des Miteinanders. Zwei Wochen voller Begegnungen, Gedenkstättenbesuche und Gespräche machten den ersten Deutschlandaufenthalt zu einem bewegenden Schritt im Dialog.

Aus der Hannoverschen Allgemeinen vom Freitag, 23. Juli 2004 von BS

Jona ist rechtzeitig fertig geworden: Pünktlich um ein Uhr mittags haben elf arabische und jüdische Jugendliche aus Israel gemeinsam mit hannoverschen Jungen und Mädchen vor dem Gemeindehaus der Christengemeinschaft in der Ellernstraße ein Mosaik beendet – mit Jona, der sich nach biblischer Überlieferung tagelang im Bauch eines Wals aufhielt.

Die Jugendlichen aus Israel waren auf Einladung der Gemeinde zwei Wochen zu Gast in Hannover. Gemeinsam besuchten sie nicht nur die Gedenkstätten in Bergen-Belsen und Ahlen, sondern lernten auch Araber kennen, die in Hannover leben. Sie reisten nach Berlin – und arbeiteten täglich an ihrem Mosaik.

Jona im Bauch des Walfischs

„Es war sehr spannend, mit Jugendlichen anderer Kulturen zusammen zu sein“, resümiert Heba Hosary (17). Das hört Ilse Wellershoff-Schuur (45) gern, engagiert sie sich doch gemeinsam mit Amin Sawa’ed (42) für den jüdisch-arabisch-christlichen Austausch.

Während die deutschen Jugendlichen seit den neunziger Jahren jährlich in Israel zu Gast waren, sind die israelischen Altersgenossen nun zum ersten Mal in Deutschland. Weitere Reisen sollen folgen. Und Jona könnte ein Symbol für das Miteinander werden: Seine Geschichte steht nicht nur im Alten Testament, das für Juden und Christen gilt, sondern in abgewandelter Form auch im Koran – Grund genug, ihn im Mosaik darzustellen.

Legen des Mosaiks

Ilse Wellerhoff-Schuur

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