Der Kinder- und Jugendplan der Bundesregierung

von | 6. Dez. 2004 | Rundbrief 06 (2004), Texte, Themen | 0 Kommentare

Ziemlich genau vor 54 Jahren – am 18. Dezember 1950 – wurde im Deutschen Bundestag erstmals der Bundesjugendplan verkündet. Das 1993 in Kinder- und Jugendplan umbenannte Förderinstrument soll dazu beitragen, dass junge Menschen ihre Persönlichkeit frei entfalten, ihre Rechte wahrnehmen und ihrer Verantwortung in Gesellschaft und Staat gerecht werden können, so die aktuellen Richtlinien. Dies geschieht vor allem durch die Förderung der politischen und kulturellen Jugendbildung. Der Kinder- und Jugendplan soll das Zusammenwachsen der jungen Generation in Deutschland und Europa fördern und zur Verbesserung des Dialogs zwischen den Generationen sowie zur Integration der ausländischen Bürgerinnen und Bürger beitragen. Des weiteren soll er die Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe auf Bundesebene schaffen und sichern.

Neben der politischen und kulturellen Bildung fördert der Kinder- und Jugendplan z.B. die Vermittlung von Medienkompetenz und andere Formen der außerschulische Jugendbildung. Weitere Bereiche sind der internationale Jugendaustausch, die Freiwilligen Dienste und Modellprojekte im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Für die Arbeit der Jugendverbände in Deutschland bietet der Kinder- und Jugendplan die geeigneten Rahmenbedingungen.

Aus Anlass des 50jährigen Jubiläums erklärt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Christine Bergmann: „Der Kinder- und Jugendplan entstand vor 50 Jahren aus der spezifischen Situation der Jugend nach dem Zweiten Weltkrieg heraus. Nach den Erfahrungen des Nationalsozialismus sollte der Bundesjugendplan die freie Entfaltung der Jugend fördern. Seither hat er sich zu einem wirksamen Instrument der Kinder- und Jugendpolitik des Bundes weiter entwickelt. Der Kinder- und Jugendplan konnte in den letzten 50 Jahren einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Kinder und Jugendliche zu eigenverantwort-lichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten heran zu bilden. Seine Leistungsfähigkeit basiert vor allem auf der kontinuierlichen Förderung bundesweiter Strukturen und auf seiner Vielseitigkeit. Wirkungsvoll ist es in der Vergangenheit in Zusammenarbeit mit den bundeszentralen Trägern gelungen, auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu reagieren. So wurden für das kommende Jahr im Kinder- und Jugendplan für die politische Bildung zusätzlich 30 Mio. DM zur Bekämpfung des Rechtsextremismus bereitgestellt.“

Auch unsere Jugendbegegnungsmaßnahmen werden aus Mitteln des KJP gefördert. Die Maßnahmen in Israel erhalten Zuschüsse in Form von ca.75% der Flugkosten sowie einen Beitrag zur Vor- und Nachbereitung. Für Maßnahmen in Deutschland gibt es noch weitergehende Fördermöglichkeiten, die es uns ermöglichen, die Israelis zu uns weitgehend im wahren Sinne des Wortes „einzuladen“. In diesem Jahr bekamen wir insgesamt über 12.000€, die wir in gute Erlebnisse, Horizonterweiterung, Sozialkompetenzerfahrungen und viel Freude an den Begegnungen so umgesetzt haben, dass es sich für den Steuerzahler gelohnt haben müsste! Allerdings wurden dafür im Gegenzug auch ca. 120 Seiten Formulare ausgefüllt, Buchführungen akribisch durchgeführt und unglaublich viel gerechnet, geschrieben und gedacht…

Nächstes Jahr geht es hoffentlich wieder ein bisschen schneller, weil man die Vorgaben noch besser kennt. Und außerdem sind die Verantwortlichen durch weg hilfsbereit und wohlwollend, so dass man jederzeit dumme Fragen stellen kann. Manchmal ist nämlich die Logik in den Fragen auch für Juristen schwer nachvollziehbar. Oder es ist unser Projekt, dass so anders ist als die Normfälle großer Anbieter… So ist es uns bisher auch noch nicht möglich, die Reisen zum Nettopreis nach Zuschuss anzubieten, weil das Risiko (es wird ja immer nur unter dem Vorbehalt gefördert, dass alles korrekt abgelaufen und dokumentiert ist) des Ausfalls zu groß ist. Die Teilnehmer bekommen die Flugkosten-Zuschüsse dann erst am Ende des Kalenderjahres, was natürlich eher abschreckend ist, vor allem weil wir es zwar in Aussicht stellen, aber nicht versprechen können. Deshalb würden wir gern eine Rücklage bilden, um die Jugendbegegnungen von vornherein auf der Grundlage der Zuschüsse kalkulieren zu können. Dazu helfen viele kleine und große Spenden uns sehr! Vielen Dank für Ihr Vertrauen!

Ilse Wellershoff-Schuur

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