Auch in diesem Sommer gab es wieder eine Fahrt nach Israel. Von Ende Juli bis Mitte August traf sich eine bunt gemischte Gruppe von 18 Personen in Harduf: Die Altersspanne reichte von 2 bis 45 Jahren, und die Teilnehmer kamen aus Deutschland, Dänemark und Frankreich.
Zunächst hatte es im Vorfeld so ausgesehen, als käme in diesem Jahr – nicht zuletzt aufgrund der nach wie vor prekären politischen Lage – nur eine sehr kleine Gruppe zustande. Doch nachdem die Teilnehmer einer internationalen Tagung von zwölften Waldorfschulklassen in Dornach eingeladen worden waren, sich über unser Projekt zu informieren und gegebenenfalls im Sommer am Baulager teilzunehmen, waren viele sehr interessiert. Letztendlich entschlossen sich fünf von ihnen, mitzufahren. Außerdem kamen Frederike und William mit ihrem kleinen Sohn Paul, drei Schülerinnen und Schüler aus Hannover sowie sieben weitere Erwachsene aus Hannover, Berlin, Frankfurt (O.) und Stuttgart mit – darunter Ilse Wellershoff-Schuur als Pfarrerin und Leiterin der Fahrt.
Die Fahrt lief – abgesehen davon, dass die Kommunikation dieses Mal zum großen Teil auf Englisch stattfand – nach einem ähnlichen Grundkonzept wie in den vorigen Jahren ab: mit frühem Aufstehen und Arbeiten, mit dem Feiern der Menschenweihehandlung, Ausflügen in die Umgebung, vielen Begegnungen in Harduf und Sawa’ed sowie am Ende (für die meisten) mit zwei Tagen in Jerusalem.
In diesem Jahr gab es für das Arbeiten kein großes Projekt, sondern verschiedene kleinere Aufgaben. Diese bestanden aus Streich- und Außenarbeiten in der Schule, verschiedenen Projekten im Wald (Ebnen eines Stücks Waldboden für eine winterfeste Unterkunft, Bearbeiten einer im Laufe des letzten Jahres errichteten Bühne, künstlerische Arbeiten in Stein …) sowie Arbeiten für das neue Schwimmbad von Harduf, das wir ausgiebig nutzen konnten.
An den Abenden kamen wieder – wie in früheren Jahren – Menschen aus Harduf zu uns und erzählten ihre Lebensgeschichten: über die Umstände der Einwanderung ihrer Vorfahren nach Israel, von besonderen Aktivitäten oder über ihre aktuellen Lebenssituationen in diesem so konfliktvollen Land. An einem Abend wurden alle Gruppenteilnehmer von Familien aus Harduf zum Abendessen eingeladen und konnten so einen weiteren Aspekt des Alltagslebens im Kibbuz kennenlernen. Außerdem haben Teile der Gruppe an einer arabischen Hochzeit sowie an einem „Friedensmarsch“ teilgenommen – beides waren für alle sehr eindrucksvolle Erlebnisse.
In der freien Zeit gab es verschiedene Ausflüge, unter anderem zu biblischen Stätten am See Genezareth, nach Akko, zu Ausgrabungen in der Nähe Hardufs und ans Meer. Außerdem spielten auch in diesem Jahr einige aus der Gruppe bei den von einem unserer Freunde aus Harduf organisierten arabisch-jüdischen Fußballspielen mit. Andere nutzten die Zeit zum Musizieren, Lesen oder zur ausgiebigen Siesta, da die Nächte oft sehr kurz waren.
Nach zweieinhalb Wochen in Harduf fuhr der Großteil der Gruppe noch für zwei Tage nach Jerusalem. Während die meisten dann nach Hause flogen, blieben einige noch mehrere Wochen länger in Israel, um mehr von diesem – auch nach vielen Besuchen – so spannenden Land zu sehen.
Anne Burkard





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