Entstehungsgeschichte der Idee

Es begann mit Jugendreisen nach Israel aus dem Umfeld der Christengemeinschaft: Welche Wirkung hat eine Reise in das „Heilige Land“ auf junge Menschen aus Mitteleuropa- und warum? Was können wir von der Vielfalt der Kulturen, Religionen, Lebensstile, aber auch aus der Konfrontation mit Geschichte und Politik lernen? Alle Probleme der heutigen Welt leben hier auf kleinstem Raum. Ihre Ursachen liegen oft ebenfalls anderswo in der Welt und müssen von den ganz realen Menschen bewältigt werden, die in diesem Schicksalsumfeld leben und die an diesen Herausforderungen verzweifeln oder wachsen... Viele dieser Menschen wurden mit der Zeit unsere Freunde. 

Die erste Vision entstand schon 1995 - wir wollten nach den eigenen Fahrten die Lernerlebnisse einer solchen Reise auch anderen ermöglichen und helfen eine Gruppenunterkunft im Kibbutz Harduf zu schaffen. Hier waren uns Menschen begegnet, die inmitten der kulturellen Vielfalt ihres Landes eine neue Art von Gemeinschaft bauen wollten. Aber bald schon erwachte das Interesse an den arabischen Nachbarn, denen unsere Freunde in Harduf sich verbunden fühlten: Im Gespräch zwischen Amin Sawa'ed, Ya'akov Arnan und Ilse Wellershoff-Schuur entstand 1998 die Idee einer multikulturellen Begegnungsstätte, aus der die heutigen Initiativen hervorgegangen sind.

Unser wichtigster Grundsatz in der Zusammenarbeit ist der Respekt vor der Kultur, der Eigenart und dem Ich des anderen Menschen. Der Ort ist offen für alle, die mit anderen gemeinsam suchen, lernen und arbeiten und dabei durch ihre Taten Brücken bauen und Verständnis schaffen wollen. Wir möchten Menschen ansprechen, die bereit sind, den anderen mit seinen Entwicklungsmöglichkeiten zu achten und ihn anzuerkennen, ohne zu erwarten, dass er ihnen gleich oder ähnlich werden soll. Unser Weg zum Frieden ist das Interesse füreinander und der Respekt vor dem andersartigen Weg des anderen.

Wichtig ist uns, dass um den Ort eine Gemeinschaft aus der Wertschätzung dieser Zielen entstehen kann, in der Menschen aus den verschiedenen Kulturen daran arbeiten, in einem umfriedeten, geschützten Raum anderen Menschen zu helfen, ihr Menschsein zu verwirklichen. Vielleicht kann so das, was im Deutschen mit dem Wort "Frieden" gemeint ist, einen kleinen Beitrag zur Verwirklichung dessen geben, was die arabischen und hebräischen Worte "Salaam" und "Shalom" im tieferen Sinne aussagen: Ganzsein, Heilsein, Harmonie zwischen dem Menschen und dem, was sein Schöpfer an Möglichkeiten in ihm veranlagt hat.