Aus dem Rundbrief vom April 2020

Vom Fortgang der Projekte...

…in der Begegnungsstätte
Da ist einerseits und als Rückgrat das Programm der Jewish Agency für junge Leute aus aller Welt - TEN, was so viel heißt wie "Gib!", das heißt, gib der Welt etwas von dem, was Du als junger Mensch hast - Interesse, Liebe, Arbeitskraft. Für vier bis fünf Monate und in einem kürzeren Sommerprogramm sind etwa 10-15 Menschen zwischen 18 und 28 dabei - oft aus den USA und Kanada, aber auch aus Südamerika, Australien, Südafrika und auch aus Europa - sogar aus den jüdischen Gemeinden in Deutschland hatten wir schon Teilnehmer! Sie leben zusammen in unseren Unterkünften und versorgen sich dort selbst, haben Unterricht in Landeskunde, Arabisch und Hebräisch und vor allem Freiwilligeneinsätze in arabischen Schulen und Kindergärten, in der Sozialtherapie in Harduf und in der Begegnungsstätte selbst.
Mit ihnen zusammen arbeiten, lernen und wohnen unsere deutschen Teilnehmer, die über die Freunde der Erziehungskunst ein Freiwilliges Jahr im Ausland verbringen - zuerst war das nur eine einsame Pionierin, dann wurden es zwei und nächstes Jahr werden es sogar drei sein! Einerseits sind sie im Programm TEN weitgehend integriert, andererseits haben sie natürlich andere Rahmenbedingungen, Vorbereitungen, Zwischenkurse und sind vor allem eben auch ein ganzes Jahr vor Ort - was spätestens in der zweiten Hälfte, wenn neue TEN-Leute kommen, dazu führt, dass sie die "Insider" werden. Fünf "Ehemalige" gibt es inzwischen, zwei "Derzeitige" und eben drei "Zukünftige"...

Als weiteres "stationäres" Programm gibt es die Midrasha, ein Programm für Jugendliche aus der Gegend, die sich gemeinsam auf das vorbereiten, was kommt - sei es Militärdienst, Sozialdienst, Studium oder Ausbildung... Etwa zur Hälfte Jungen und Mädchen, jüdisch und arabisch, sind sie einerseits die jüngsten "Waldbewohner". Sie kommen im September und bleiben bis zum März - gerade hat die diesjährige Gruppe ihr Programm mit einem Schauspiel (Westside Story im Kleinformat...) beendet. Die für sie speziell errichteten Unterkünfte stehen dann für Gruppen und Gäste der Begegnungsstätte zur Verfügung.

Dazu kommen die verschiedenen "Einzelreisenden" Praktikanten, Kurzzeit-Volunteers, Gäste... und die Studenten der verschiedenen Ausbildungen in Harduf, die im "Zeltdorf" wohnen... Es ist immer Leben vor Ort!
Wichtig sind vor allem aber auch die Treffen, die über die regelmäßigen Aktivitäten hinaus stattfinden - vor allem zivilgesellschaftliche Aktivitäten für die Gleichstellung aller Bevölkerungsgruppen in Nord-Israel, Arabisch-Unterricht für die Aktivisten, Frauentreffen, Interessengruppen (zum Beispiel eine Krebs-Selbsthilfegruppe für Frauen über die Kulturen hinweg), gemeinsame Feste, Studienarbeit (zur Zeit vor allem an der biologisch-dynamischen Landbauweise)... Auch treffen sich Schulklassen regelmäßig zu gemeinsamer Waldarbeit.
Im Herbst gibt es entweder die Friedensübungswochen oder ein anderes spirituelles Seminar und zu Shavuot/Pfingsten ein Erzähler-Festival zu dem auch viele Familien anreisen und im Wald campen.

…im Sawa'ed Dorf
Nachdem das von uns ausgebaute und eingerichtete Gästehaus Helena im Sawa’ed-Dorf El-Homeira nicht wirklich so genutzt werden konnte, wie wir gehofft hatten, hat Amin Sawaeds Familie dort mit Hilfe eines großzügigen Umbaus eine Wohngruppe für die Sozialtherapie eingerichtet, in der arabisch-sprachige Patienten aufgenommen und behandelt werden in Zusammenarbeit mit "Hiram", der Einrichtung für psychisch Kranke in Harduf. Amin Sawaed hat seit einigen Jahren in diesem Bereich gearbeitet und sich fortgebildet und diese Arbeit vorbereitet, in der nun eine fachlich anerkannte anthroposophische Therapie auch für Palästinenser möglich wird. Ärzte, Therapeuten, Krankenpfleger - alles ist dabei und die Arbeitstherapie findet gemeinsam mit Hiram statt. Später werden wir mehr berichten!