Nathan 2012

In diesem Jahr gab es eine Wiederauflage des Nathan-Projektes, das wir 2009 so erfolgreich über die Bühne gebracht hatten.
Im Rahmen einer Begegnungsmaßnahme für israelische und deutsche Jugendliche, die zum Teil vom Kinder- und Jugendplan der Bundesregierung gefördert wurde, haben wir zu Pfingsten eine neue dreisprachige Version von G.E. Lessings dramatischem Gedicht „Nathan der Weise“ aufgeführt. Der Anlass für dieses Projekt waren zunächst die weltweiten Jugendfesttage der Christengemeinschaft in Überlingen am 25.-30. Mai. Die israelische Gruppe setzte sich zusammen aus Schülern der Waldorfschule in Harduf und Schülern aus dem Beduinendorf Ka‘abya. Die Deutschen kamen aus dem Bodenseeraum. Alle waren zwischen 15 und 17 Jahren alt.
Die Proben an beiden Orten und vor allem gemeinsam gestalteten sich auf Grund vieler schulischer und außerschulischer Termine der aktiven Jugendlichen ziemlich kompliziert, aber schließlich hat alles bestens geklappt: Aufgeführt wurde am Donnerstag, dem 24. und am  Freitag, dem 25. Mai in der Waldorfschule in Überlingen, sowie zu Michaeli/Sukkot am 28. September in der Begegnungsstätte in Israel.
Außerdem gab es am Donnerstag, dem 31. Mai um 19.30 eine Aufführung von Ausschnitten und Auszügen in Hebräisch und Deutsch - leider aus schulischen Gründen ohne die arabisch-sprechenden Teilnehmer, in der Christengemeinschaft in Basel.
Die israelischen Teilnehmer hatten ihre zweisprachige Premiere schon am 26. April in einer zweisprachigen Fassung auf dem Frühlings-Festival „Ein Feuer für den Frieden“ in Sha‘ar la Adam - Bab l‘il Insan. Es war ein großer Erfolg mit vielen Zuschauern, und wir sind wieder einmal beeindruckt davon, wie es gelingen konnte, die drei Sprachen in der sehr kurzen zur Verfügung stehenden Zeit zusammen zu bringen!
Die menschlichen Beziehungen zwischen den Akteuren der drei Gruppen, die zweimal eine Begegnungsreise miteinander machen konnten und dabei so viel erlebt und geleistet haben, sind sehr stark und es ist deutlich, dass solche Projekte wertvolle Bausteine einer vertieften Beziehung zwischen einzelnen Menschen verschiedener Kulturen sind. Das reicht weit über den Kreis der Aktiven hinaus - jeder hat ein Umfeld, Familie, Schule, Nachbarn und Freunde, die an den Jugendlichen erleben dürfen, welche horizonterweiternden Wirkungen von einer solchen Zusammenarbeit ausgehen. Im nächsten Jahr möchte dieselbe Gruppe sich nun an einer englischen Fassung von "Romeo und Julia" in modernem Kontext versuchen!